Lohengrinstr. 34
Fritz Richter wurde als Kind einer Arbeiterfamilie am 13.10.1898 in Großgraupa geboren. Er erlernte den Beruf eines Zimmermannes und erlebte den ersten Weltkrieg als Soldat. Danach trat Fritz Richter in die SPD und in die Gewerkschaft ein. Als Arbeitersportler war er Mitglied des Arbeiterradfahrerbundes. Als die Faschisten sich immer frecher vorbereiteten in Deutschland die Macht zu ergreifen, wurde Fritz Richter 1932 Mitglied der KPD. Nach 1933 arbeitete er illegal weiter für seine Partei. Seine Familie wurde ständig beobachtet, Hausdurchsuchungen fanden statt. 1934 wurde Fritz Richter durch die Gestapo verhaftet. Er kam nach Dresden in das berüchtigte Mathildenschlößchen und danach ins Landesgericht Münchner Platz. Seine Zuchthausstrafe von 18 Monaten verbüßte er in der Strafanstalt Zwickau. Nach seiner Entlassung konnte er nur noch als Gelegenheitsarbeiter seinen Lebensunterhalt verdienen. Im September 1935 wurde Fritz Richter erneut verhaftet und in das KZ Sachsenburg gebracht. Die Erkrankung und Lähmung seiner Frau bewahrte ihm vorerst vor dem Schlimmsten. Noch 1945 wurde der wehrunwürdige Fritz Richter zu einem der SS unterstellten Strafbataillon in die besetzte CSR eingezogen. Seitdem fehlt jede Spur von ihm.
Quelle: Ehrenmale, Gedenkstätten, Erinnerungsstätten und Mahnstätten der Arbeiterbewegung und des antifaschistischen Widerstandskampfes im Kreis Pirna, 2. Auflage, 1984
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